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Editorial Ausgabe 84

von Daniel Wagner

- 30.07.2019 -

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2 Kommentare
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Generationswechsel
Generationswechsel
6 Jahre vor

… stehen ja in vielen relevanten Gesellschaftsbereichen an. Es ist gut, auf die da oben zu schimpfen. Wäre es nicht noch besser, die da oben zu ersetzen? Diese banale Lösung empfinde ich nach zig Gesprächen mit sogenannten Aktivisten mittlerweile als mit Abstand am revolutionärsten. Sie ist allerdings auch mit sehr viel Arbeit verbunden. Ein Oben und ein Unten sind ja an und für sich nicht schlecht, das lehrt uns die räumliche Existenz, und auch der Umstand, dass man mit den Füßen weniger gut denken und mit dem Kopf weniger gut gehen kann. Nur: Ob von oben die Sonne scheint oder jemand Bomben wirft, das ist ein Unterschied. Die vielen Aktivisten, die nach einem Systemwechsel rufen, kommen ja selbst leider selten mit realistischen Lösungen um die Ecke. Jemand hat mal gefragt, ob das Weltbefriedung oder Selbstbefriedigung ist, was die da machen, von Pegida bis Antifa. Ich befürchte, nach einem Umsturz wird das neue Machtvakuum schnell gefüllt werden, wie es nach einem Umsturz eigentlich immer war. Von Leuten, die wissen, was sie wollen, die wissen, wie man offizielle Wege und Gesetze zu seinem Vorteil nutzt und die wissen, wie sich sich und ihre Ideen in Szene setzen können. So lange es eben keine vernünftigen Menschen gibt, die nachrücken, wird das vielleicht passieren. Mal eben die Demokratie opfern, weil sie nicht perfekt funktioniert, bzw. von ein paar Tunichtguten unterwandert wurde, zugunsten von etwas, von dem niemand weiß, was es ist, und ob es auch nur ansatzweise funktionieren würde, und ob Tunichtgute nicht auch das sehr schnell aushöhlen könnten, ist vielleicht nicht die beste Idee. Oder doch? Dass man nicht gern friert, merkt man ja meist erst, wenn die Heizung aus ist. Was meinen die anderen Leser dazu? Wie ehrlich sind wir eigentlich zu uns selbst? Und was, wenn die eigentliche Verschwörung darin besteht, uns glauben zu machen, es gäbe eine? Hm. Fragen, Fragen, Fragen. Schöngeistige Grüße aus dem Äther!

Daniel
Daniel
6 Jahre vor

Nun, der Verschwörungsgedanke ist so alt wie die Geschichte vom gefallenen Engel, der ist in der Menschheit verwurzelt. Genauso wie Umstürze, Generations- und Narrativwechsel. Wer das Narrativ der kommenden Generation bestimmt, bestimmt die Zukunft. Ist doch ein simples Prinzip. Was das politische Handeln angeht, das Sie hier ansprechen: Hmm. Ich ringe da innerlich immer mit mir, wie ich meine Kraft am effektivsten einsetze; politische Debatten fallen da bisher aus dem Raster. Aber das Gemeckere auf „die da oben“ ist ja nun auch nicht die nachhaltigste Lösung … erstmal besser machen. Mir ist da in jüngster Zeit häufiger ein Spruch vor die Augen gekommen: „Wenn die Klügeren immer nachgeben, überlassen Sie den Dummen die Macht.“

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